Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
PsyCare Psychotherapie Portal GmbH
Staffelstrasse 8, 8045 Zürich
Stand: Februar 2026
I. Allgemeines
1. Zweck und Aufbau
1.1 Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen („AGB") regeln die vertragliche Beziehung zwischen Ihnen („Patient:in"/„Sie") und der PsyCare Psychotherapie Portal GmbH („PsyCare", „wir", „uns").
1.2 PsyCare erbringt insbesondere:
- Erstgespräch / Triage / Matching (organisatorische und inhaltliche Vorabklärung zur Zuteilung),
- Organisation der Online-Therapie (Terminabstimmung, Koordination, Kommunikation),
- Abrechnung/Administration (je nach Leistungsmodell),
- sowie die Vermittlung in eine psychotherapeutische Behandlung innerhalb der PsyCare-Organisation.
1.3 Die psychotherapeutische Behandlung wird durch bei PsyCare angestellte psychologische Psychotherapeut:innen mit gültiger kantonaler Berufsausübungsbewilligung erbracht. Die Therapeut:innen arbeiten fachlich eigenverantwortlich.
1.4 Diese AGB ergänzen die Datenschutzerklärung. Im Konfliktfall gehen zwingende gesetzliche Bestimmungen vor.
2. Geltungsbereich
2.1 Diese AGB gelten für sämtliche Leistungen von PsyCare im Zusammenhang mit:
- Erstgespräch/Triage/Matching,
- psychotherapeutischer Behandlung,
- Abrechnung/Administration,
- Kommunikation und Online-Durchführung.
2.2 Unser Angebot richtet sich ausschliesslich an natürliche Personen (Konsument:innen). Eine Nutzung zu gewerblichen/unternehmerischen Zwecken ist ausgeschlossen, ausser dies wird ausdrücklich vereinbart.
3. Begriffe
3.1 Erstgespräch/Triage/Matching: Erstabklärung und organisatorische Zuteilung zu einer geeigneten Therapeutin/einem geeigneten Therapeuten. Dieses Erstgespräch ist in der Regel keine Psychotherapie und ersetzt keine Behandlung.
3.2 Online-Therapie: Psychotherapeutische Behandlung, die ausschliesslich über digitale/fernkommunikative Kanäle (z.B. Video/Telefon) durchgeführt wird.
II. Voraussetzungen, Anmeldung und Vertragsschluss
4. Voraussetzungen (Alter)
4.1 Grundsätzlich richtet sich unser Angebot an Personen ab 18 Jahren.
4.2 Bei Personen unter 18 Jahren setzt ein Vertragsabschluss eine ausreichende Urteilsfähigkeit voraus. Je nach Situation kann zusätzlich die Zustimmung der Inhaber:innen der elterlichen Sorge oder einer vertretungsberechtigten Person erforderlich sein. PsyCare kann hierzu Nachweise verlangen.
5. Anmeldung und Angaben
5.1 Die Anmeldung erfolgt über Website, telefonisch oder per E-Mail.
5.2 Sie verpflichten sich, die für Triage/Matching/Behandlung notwendigen Angaben richtig, vollständig und aktuell zu machen. Unrichtige oder unvollständige Angaben können die Eignungsprüfung, Behandlung und Notfallfähigkeit beeinträchtigen.
6. Vertragsschluss
6.1 Erstgespräch/Triage/Matching: Mit der Terminvereinbarung und Durchführung eines Erstgesprächs kommt ein Vertrag über diese organisatorische Leistung zustande.
6.2 Behandlungsvertrag: Ein psychotherapeutischer Behandlungsvertrag kommt zustande, sobald:
- PsyCare bzw. die behandelnde Person die Behandlung fachlich bejaht und
- ein erster Behandlungstermin verbindlich vereinbart wird.
6.3 PsyCare und/oder die Therapeut:innen können eine Behandlung ablehnen, insbesondere bei fehlender Indikation, fehlender Eignung für Online-Therapie, fehlender Notfallfähigkeit, Kapazitätsgründen oder anderen fachlichen/organisatorischen Gründen.
III. Online-Therapie: Setting, Standards und Grenzen
7. Durchführung ausschliesslich online
7.1 Die psychotherapeutische Tätigkeit bei PsyCare erfolgt ausschliesslich online. Präsenztermine sind nicht Teil unseres Regelangebots, sofern nicht ausdrücklich anders vereinbart.
7.2 Für die Teilnahme benötigen Sie eine geeignete technische Ausstattung und eine stabile Verbindung. Für technische Störungen ausserhalb unseres Einflussbereichs übernehmen wir keine Verantwortung.
8. Mindeststandards: Privatsphäre, keine Aufzeichnung
8.1 Privatsphäre: Sitzungen finden in einem Rahmen statt, der Vertraulichkeit ermöglicht. Sie sind verpflichtet, sicherzustellen, dass keine Drittpersonen mithören oder Einblick erhalten (geschlossener Raum; Kopfhörer bei Bedarf).
8.2 Keine Aufzeichnung: Sitzungen werden grundsätzlich nicht aufgezeichnet. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn sie fachlich begründet, datenschutzkonform und schriftlich vereinbart sind.
9. Aufenthaltsort und Notfallfähigkeit (zwingend)
9.1 Für Online-Therapie ist Notfallfähigkeit essenziell. Sie sind verpflichtet, zu Beginn jeder Sitzung auf Nachfrage Ihren aktuellen Aufenthaltsort (mindestens Ort/Adresse) sowie eine Rückrufnummer mitzuteilen.
9.2 Wenn Sie den Aufenthaltsort nicht mitteilen oder eine Notfallfähigkeit nicht gewährleistet ist, kann die Therapeutin/der Therapeut die Sitzung aus fachlichen Gründen abbrechen oder die Behandlung nicht fortführen.
10. Eignung der Online-Therapie und Kontraindikationen
10.1 Die Eignung der Online-Therapie wird initial geprüft und fortlaufend beurteilt. Verändert sich Ihre Situation, kann eine Umstellung (z.B. höhere Versorgungsstufe, Klinikanbindung/Präsenzangebote) erforderlich sein.
10.2 Online-Therapie ist nicht oder nur mit zusätzlichen Massnahmen geeignet, insbesondere bei:
- akuter Selbst-/Fremdgefährdung,
- hochinstabilen Zuständen, schwerer Dissoziation, psychotischer Symptomatik,
- fehlender Privatsphäre,
- erheblicher Intoxikation während Sitzungen,
- unklaren Notfallstrukturen (z.B. Auslandssituation im Einzelfall).
IV. Notfälle, Gefährdung und Schweigepflicht
11. Keine Notfallversorgung durch PsyCare
11.1 PsyCare bietet ausserhalb vereinbarter Sitzungen keine Notfallbetreuung oder Krisen-Hotline.
11.2 In akuten Krisen wenden Sie sich an:
- Rettungsdienst 144
- Polizei 117
- Internationale Notrufnummer 112
- Dargebotene Hand 143
- Beratung + Hilfe für Kinder/Jugendliche 147
- (Zürich, wenn passend) Notfallpsychiatrie 0800 33 66 55
12. Schweigepflicht und zulässige Durchbrechung
12.1 Therapeut:innen unterliegen dem gesetzlichen Berufsgeheimnis (u.a. Art. 321 StGB) und berufsrechtlichen Schweigepflichten.
12.2 Eine Weitergabe von Informationen erfolgt nur, wenn:
- Sie ausdrücklich einwilligen/entbinden (idealerweise schriftlich), oder
- eine gesetzliche Grundlage dies verlangt, oder
- eine ernsthafte und unmittelbare Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt und eine Weitergabe verhältnismässig zur Gefahrenabwehr erforderlich ist.
12.3 Bei relevanten Gefährdungslagen kann die Therapeutin/der Therapeut – zur Koordination und Absicherung – die leitende Psychotherapeutin, das Triage-Team und/oder die Geschäftsführung von PsyCare einbeziehen. Dies geschieht nach dem Need-to-know-Prinzip und im erforderlichen Umfang.
V. Erstgespräch, Matching und Zuteilung
13. Erstgespräch und Matching-Logik
13.1 PsyCare führt Erstgespräche selbst durch und prüft dabei insbesondere:
- die grundsätzliche Eignung für Online-Therapie,
- das passende Setting/Angebot,
- sowie das Matching zu einer geeigneten Therapeutin/einem geeigneten Therapeuten.
13.2 Die Zuteilung erfolgt nach fachlicher Einschätzung und möglichst guter Berücksichtigung von Präferenzen.
14. Keine Garantie auf Zuteilung oder Kapazität
14.1 Es besteht kein Anspruch auf Zuteilung zu einer bestimmten Therapeutin/einem bestimmten Therapeuten oder auf eine bestimmte Wartezeit.
14.2 Therapeut:innen können eine Zuweisung jederzeit ohne Begründung ablehnen. Dadurch bleibt das effektive Behandlungspensum freiwillig und bedarfsgerecht. PsyCare bemüht sich bei Ablehnung um eine alternative Lösung, kann diese jedoch nicht garantieren.
VI. Termine, Absagen, Verbindungsabbruch
15. Terminvereinbarung
15.1 Termine werden individuell vereinbart. Häufigkeit und Planung liegen im therapeutischen Ermessen, abgestimmt mit Ihnen.
16. Absagen durch Patient:innen (24-Stunden-Regel)
16.1 Termine müssen spätestens 24 Stunden vor Beginn abgesagt oder verschoben werden.
16.2 Erfolgt die Absage innerhalb von 24 Stunden oder erscheinen Sie nicht, kann die Therapeutin/der Therapeut nach eigenem Ermessen den Termin als Sitzung erfassen und regulär verrechnen (No-Show-Fee), insbesondere wenn die Zeit kurzfristig nicht mehr anderweitig vergeben werden kann.
16.3 Bei höherer Gewalt oder nachweisbaren zwingenden Gründen kann im Einzelfall auf eine Verrechnung verzichtet werden; ein Anspruch darauf besteht nicht.
17. Absagen durch PsyCare / Therapeut:in
17.1 Muss ein Termin z.B. wegen Krankheit, technischer Störung oder höherer Gewalt abgesagt werden, informieren wir Sie so rasch wie möglich und bieten nach Möglichkeit Ersatztermine an.
18. Verbindungsabbruch (Online)
18.1 Bei Abbruch wird zunächst versucht, die Verbindung im selben Meetingraum wiederherzustellen.
18.2 Gelingt dies innerhalb von ca. 5 Minuten nicht, erfolgt eine Kontaktaufnahme über die vereinbarten Kanäle (Telefon/E-Mail).
18.3 Bei Abbruch in einer Krisensituation gilt die interne Gefährdungs-Guideline; es kann – im erforderlichen Umfang – zu Notfallmassnahmen kommen.
VII. Kosten, Abrechnung, Zahlungsverzug
19. Abrechnungsmodell
19.1 PsyCare ist eine privatrechtliche Organisation. Die Abrechnung erfolgt als Selbstzahlerleistung oder über eine Krankenzusatzversicherung (VVG), sofern anwendbar und vereinbart.
19.2 OKP-Abrechnung ist nicht Gegenstand dieser AGB, sofern nicht ausdrücklich schriftlich vereinbart. (Falls PsyCare künftig OKP-Leistungen anbietet, gelten dafür separate bzw. ergänzende Bedingungen.)
20. Tarife und Rechnungsstellung
20.1 Es gelten die bei Vertragsabschluss kommunizierten Tarife. Preisänderungen bleiben vorbehalten; laufende Behandlungen werden nach Möglichkeit transparent informiert.
20.2 Rechnungen sind – sofern nicht anders angegeben – innert 10 Tagen netto zahlbar.
21. Zahlungsverzug
21.1 Bei Zahlungsverzug kann PsyCare Mahnungen versenden und Verzugszinsen sowie angemessene Mahn-/Inkassokosten nach gesetzlichen Bestimmungen geltend machen.
21.2 PsyCare kann bei Zahlungsverzug weitere Leistungen vorübergehend sistieren, soweit dies fachlich vertretbar ist.
VIII. Pflichten der Patient:innen (Mitwirkung, Setting, Rechtmässigkeit)
22. Mitwirkung und richtige Angaben
22.1 Sie wirken aktiv mit und informieren über relevante Veränderungen (z.B. akute Risiken, neue Diagnosen, Medikation, Substanzkonsum, Auslandsaufenthalt).
22.2 Sie verpflichten sich, Anweisungen zur Online-Sicherheit (Privatsphäre/kein Mitschnitt/keine Drittpersonen) einzuhalten.
23. Verbot missbräuchlicher Nutzung
23.1 Sie dürfen unsere Kommunikation und Sitzungen nicht missbräuchlich nutzen (z.B. Drohungen, Belästigung, strafbare Inhalte). PsyCare kann in solchen Fällen Termine abbrechen und das Vertragsverhältnis beenden.
IX. Dokumentation, Tools und Kommunikation
24. Dokumentationspflicht
24.1 Therapeut:innen sind gesetzlich zur Dokumentation verpflichtet. Die Dokumentation dient Behandlungskontinuität, Qualitätssicherung und rechtlicher Nachvollziehbarkeit.
24.2 Bis ein PsyCare-Dokumentationstool verfügbar ist, führen Therapeut:innen die Dokumentation eigenständig in einer sicheren, vertraulichen Lösung (passwortgeschützt/abschliessbar).
25. Kommunikation
25.1 Die Kommunikation erfolgt je nach Vereinbarung per Telefon, E-Mail und/oder Videotool.
25.2 Sie nehmen zur Kenntnis, dass elektronische Kommunikation Restrisiken enthalten kann. Wenn Sie besonders sensible Inhalte übermitteln möchten, tun Sie dies bevorzugt in der Sitzung oder über einen vereinbarten sicheren Kanal.
X. Haftung
26. Haftungsgrundsätze
26.1 PsyCare haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.
26.2 Bei leichter Fahrlässigkeit haftet PsyCare nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten und beschränkt auf den vorhersehbaren, typischen Schaden, soweit gesetzlich zulässig.
26.3 PsyCare übernimmt keine Haftung für:
- Störungen der Internet-/Telekommunikationsinfrastruktur ausserhalb unseres Einflussbereichs,
- ungeeignete technische Ausstattung auf Patient:innenseite,
- Schäden, die aus Missachtung von Notfallhinweisen oder fehlender Privatsphäre entstehen.
26.4 Die Haftungsbeschränkungen gelten auch zugunsten unserer Mitarbeitenden und Hilfspersonen.
XI. Beendigung, Folgen
27. Beendigung
27.1 Die Behandlung kann grundsätzlich von beiden Seiten beendet werden. Bereits vereinbarte Termine unterliegen den Absageregeln (Ziff. 16).
27.2 PsyCare bzw. die Therapeut:innen können die Behandlung insbesondere beenden, wenn:
- Online-Therapie fachlich nicht (mehr) vertretbar ist,
- Notfallfähigkeit/Privatsphäre dauerhaft nicht gewährleistet ist,
- wiederholt Termine kurzfristig abgesagt werden,
- gesetzliche oder berufsrechtliche Vorgaben dies erfordern.
27.3 Gesetzliche Aufbewahrungspflichten bleiben unberührt.
XII. Datenschutz
28. Datenschutz
28.1 Die Bearbeitung von Personendaten richtet sich nach der jeweils aktuellen Datenschutzerklärung von PsyCare.
28.2 PsyCare setzt angemessene technische und organisatorische Sicherheitsmassnahmen ein.
XIII. Schlussbestimmungen
29. Änderungen der AGB
29.1 PsyCare kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, wenn dies aus rechtlichen, organisatorischen oder technischen Gründen erforderlich und zumutbar sind.
29.2 Wesentliche Änderungen teilen wir in geeigneter Form mit.
30. Salvatorische Klausel
30.1 Sollte eine Bestimmung dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Es gilt eine zulässige Regelung als vereinbart, die dem wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommt.
31. Anwendbares Recht und Gerichtsstand
31.1 Es gilt ausschliesslich Schweizer Recht.
31.2 Gerichtsstand ist – soweit gesetzlich zulässig – Zürich.
32. Kontakt
PsyCare Psychotherapie Portal GmbH
Staffelstrasse 8, 8045 Zürich
E-Mail: info@psycare-psychotherapie.ch